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Warum Bitcoin grösser ist, als viele denken.

Wieso Bitcoin als Wertspeicher und finanzielle Innovation unsere Gesellschaft grundlegend beeinflussen wird. Wir erkunden die Eigenschaften und die Entstehung von Geld, Wertspeichern und Bitcoin, sodass Sie sich ein Bild über den Platz von Bitcoin in der modernen Welt machen können.

Jonas Affolter, Affolter Consulting – 20 min Lesedauer

Vorwort

Für wen ist dieser Artikel?

Bitcoin ist ein dezentrales, deflationäres, sicheres, nicht-diskriminierendes, grenzenloses und erlaubnisfreies Krypto-Asset. Aus diesen Eigenschaften lassen sich für jeden gewisse Vorteile identifizieren.

Der/die Leser*in ist zum Beispiel interessiert, sein Geld in einem deflationären Vermögenswert zu speichern, anstatt Inflation dieses Geld entwerten zu lassen. Oder vielleicht will er/sie volle Kontrolle über das eigene Geld haben. Für manche ist es wichtig, international Wert transferieren zu können und wieder für andere ist es der einzige Weg, in der Finanzwelt teilnehmen zu können. Der Punkt ist, dass es unabdingbar ist, sich über Bitcoin zu informieren.

«Der Geist ist wie ein Fallschirm: er kann nur funktionieren, wenn er offen ist»

Walter Gropius

Über den Autor

Jonas Affolter ist Bitcoin-Berater und Inhaber von Affolter Consulting. Er schreibt diesen Artikel, weil er glaubt, dass jeder ein Recht dazu hat Bitcoin zu verstehen und diese Wissens-Arbitrage zu nutzen. Kontaktdaten des Autors finden Sie am Ende dieses Artikels.

Einleitung

Entstehung

Im Jahre 2008 hat der/die Erfinder*in, wessen Identität unbekannt ist, unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto in einer 9-Seitigen Lösung das bis dahin Unmögliche erreicht. Zum ersten Mal hat er den Byzantinischen Fehler gelöst und eine Kryptowährung – Bitcoin – erstellt. So entstand ein Weg weltweit und schnell Wert zu transferieren, ohne Zentralisierung und Notwendigkeit von Vertrauen in einen Zwischenhändler.

Aus der Perspektive eines Investors ist der grösste Vorteil die Entstehung eines knappen digitalen Guts. Bitcoins entstehen durch einen Prozess mit dem Namen „Mining,“ welcher oft mit dem Schürfen von Gold verglichen wird. Der Unterschied ist, dass die Produktion einem festgelegten und vorhersehbaren Zeitplan folgt. Es wird nie mehr als 21 Millionen bitcoins geben und die meisten davon wurden bereits geschürft. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurden bereits etwa 18,7 Millionen, oder 89%, geschürft. Alle vier Jahre halbiert sich die Anzahl der durch Schürfung produzierten bitcoins, bis die Produktion im Jahr 2140 komplett eingestellt wird.

Bitcoins sind weder durch ein physisches Gut abgesichert noch von einer Regierung oder Unternehmung garantiert, was für einen neuen bitcoin-Investor die Frage aufwirft: «Warum haben sie überhaupt einen Wert?» Im Gegensatz zu traditionellen Vermögensklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen können bitcoins nicht durch eine Discounted-Cashflow-Analyse oder durch die Nachfrage in der Produktion von Gütern bewertet werden. Bitcoins fallen in die Kategorie der monetären Güter, deren Wert spieltheoretisch festgelegt wird. Um die spieltheoretische Natur von monetären Gütern zu verstehen, müssen wir zuerst die Ursprünge des Geldes untersuchen.

Was ist Geld?

Eigenschaften

Geld hat drei wichtige Eigenschaften: Es ist ein Tauschmittel, eine Rechnungseinheit und ein Wertspeicher.

  • Wertspeicher: Damit Menschen langfristig denken und investieren müssen sie davon ausgehen können, dass ihr Geld über eine längere Zeitperiode seinen Wert hält. Eine gängige Messung dieser Eigenschaft ist die Seltenheit eines Gutes, ausgedrückt durch die Stock-to-Flow-Ratio. Der Bestand des Gutes (Stock) dividiert durch die neue Produktion (Flow) beschreibt, ob ein Geld «hart» oder «weich» ist. Wenn ein Geld weich ist, ist die Stock-to-Flow-Ratio niedrig, also kann der Bestand proportional zum Bestand schnell geändert werden, was zur Wertenteignung führt und die Skalen der Rechnungseinheit verändert. Somit wird klar, warum wir hartes Geld halten sollten – ein paar Beispiele davon folgen. Wenn Geld seine Härte verliert, wird es früher oder später ersetzt.
  • Tauschmittel: Da in Industrieländern Spezialisierung zu Effizienz-Steigerung führt, produzieren viele Arbeiter*innen Güter, welche sie selbst nicht benötigen, aber andere Güter fehlen ihnen. Ein*e Bäcker*in braucht nicht duzende Brote, sondern ein Dach über dem Kopf. Um alle Güter einer Wirtschaft tauschen zu können, braucht es ein allgemein akzeptiertes Tauschmittel. Dieses wird temporär erworben, um danach getauscht zu werden.
  • Rechnungseinheit: Um nicht alle Güter in Relation zu anderen Gütern bewerten zu müssen, werden in einer Volkswirtschaft die Güter in Bezug auf dieselbe Recheneinheit bepreist. Dieses System belohnt Produzenten proportional zu ihrem Wertbeitrag für andere und zeigt Verbrauchern an, wie viel sie für die Beschaffung der Güter zahlen müssen. Die Preise drücken somit die relative Knappheit der verschiedenen Güter aus.

Entstehung

Vor tausenden Jahren wurden Geschäfte durch Tauschhandel betrieben. Wie wir aus den Eigenschaften von Geld wissen, war dies sehr ineffizient. Diese Gesellschaften begannen später Sammlerstücke zu lagern und versuchten diese mit anderen zu tauschen. Sammler mussten sich also eine spieltheoretische Frage stellen: Welche Objekte würden andere Händler haben wollen? Im Verlaufe der Zeit entschieden Händler sich für einen Wertspeicher und ein Nash Equilibrium entstand, welches den Tausch und die Entwicklung der Gesellschaft förderte. So bildeten sich erste primitive Gelder.

Primitive Gelder

Erste Formen von Geld waren Salz, Perlen, Rinder oder Rai-Steine. Die Rai-Steine sind ein sehr gutes Beispiel, da sie in gewisser Weise mit Bitcoin vergleichbar sind. Die Rai-Steine, bis zu fünf Tonnen schwer und aus Kalk, wurden auf den Yap-Inseln als Geld benutzt. Die Kalksteine waren auf den Yap-Inseln selbst sehr selten und mussten aufwändig von anderen Inseln «importiert» werden, was ihnen ein hohes Stock-to-Flow Verhältnis gab. Diese Steine wurden aufgrund ihres Gewichts nicht physisch getauscht, sondern über ein Besitzer-Hauptbuch verwaltet. Wollte eine Einwohnerin etwas kaufen, konnte sie der Gemeinschaft mitteilen, dass sie dem Verkäufer ein Teil eines Rai-Steines, welcher in ihrem Besitz war, übergibt. So wusste jeder, wer zu welchem Zeitpunkt wie viel Besitz hatte.

Als ein internationaler Händler realisierte, dass er diese Rai Steine mit seinem Schiff (die Bevölkerung der Yap-Inseln hatten nur Flosse) und Dynamit einfach herstellen und transportieren konnte, fing dieser an viele dieser Steine auf die Insel zu bringen. Seine Intention war damit Güter zu kaufen, da die Gemeinschaft seine Währung nicht anerkannte, doch der Händler zerstörte die Währung der Yap-Inseln schnell, da das Geld weich wurde. Eine schnelle Entwertung ist zwar schädlich, aber trotzdem besser als eine langsame, da die Bevölkerung nicht «ausgebeutet» wird, sondern sich für ein neues Geld entscheiden und dieses proportional zuordnen kann.

Das Problem der geografisch eingeschränkten Akzeptanz eines Gutes zwang internationale Händler dazu, ein international anerkanntes Geld zu finden.

Metalle

Bei Metallen entsteht durch Skaleneffekte und positive Feedback-Effekte oft ein Winner-Takes-It-All-Markt. Bei den Metallen war es Gold, welches international anerkannt wurde und den globalen Handel ermöglichte.

Eine Gefahr der Metalle ist jedoch die Blasen-Bildung. Metalle werden zwar als rar angesehen, dies stimmt jedoch nur relativ zu unserer Kapazität sie zu graben. Würde sich der Goldunzenpreis heute verzehnfachen, würde plötzlich sehr viel Gold auftauchen, da die Rentabilität des Goldabbaus stark steigen würde. Genau so entstehen Blasen. Immer mehr Leute kaufen ein Metall, was den Preis erhöht und somit auch die Produktion fördert. Das erhöhte Angebot, welches auf Grund von Investitionen und Expansionen verzögert produziert wird, führt früher oder später zu Preiskorrekturen und bestraft Investoren, welche über dem Marktwert eingekauft haben.

Eine weitere Gefahr ist die Kontrolle von Metallen durch Regierungen.

Staatliches Geld / Fiat-Geld

1900 wurde in den USA «The Gold Standard Act» eingeführt. Der Goldstandard ist ein monetäres System, in welchem der Wert der Währung eines Landes mit Gold verbunden wurde. Eine Regierung, welche den Goldstandard nutzt, setzt einen fixen Preis für Gold und kauft und verkauft dieses für den festgelegten Preis. Wenn die USA zum Beispiel den Preis einer Unze Gold auf USD 500 setzt, ist der Wert eines US-Dollars 1/500 Unze Gold. Ein Bürger kann somit sein Gold auf die Bank bringen, es dort lagern und erhält im Gegenzug 500 US-Dollars.

Der Reiz eines Goldstandards besteht darin, dass die Kontrolle über die Ausgabe von Geld nicht in den Händen von ein paar wenigen Menschen liegt, sondern von der physischen Menge an Gold begrenzt wird. In den USA ist dieses System fehlgeschlagen. Als ein grosser Anteil des Golds zentralisiert in den Zentralbanken gelagert wurde und 1914 durch den ersten Weltkrieg Staatsausgaben stark stiegen, kamen Regierungen schnell in Versuchung mehr von diesen Schuldscheinen auszugeben, als von Gold gedeckt werden konnten. So wurden Staatsschulden kreiert, welche vor allem Weltkriege finanzierten und zu politischen Unruhen führten. Der Goldstandard ist im Rahmen dieser Manipulation gescheitert und Fiat-Währungen sind entstanden.

Bei Fiat-Währungen, welche per Definition „von einer Regierung oder einem Staat «künstlich erschaffen» worden sind,“ hat die Regierung oder der Staat die volle Kontrolle über das Angebot. Warum dies problematisch ist, sollte klar sein und hat sich wieder und wieder gezeigt: Viele Zentralbanken und Wirtschaftler drucken bei Rezessionen oder wirtschaftlichen Rückgängen Geld, um die Ausgaben künstlich zu erhöhen. Dies stört nicht nur den natürlichen Zyklus und erhöht das Problem, da diese Schulden irgendwann zurückgezahlt werden müssen (was praktisch nie gemacht wird), sondern entwertet das bestehende Geld.

Diese Gelddruckerei führte zum Beispiel dazu, dass die gesamte Geldmenge M2 der USA jährlich um durchschnittlich 6.7% jährlich gewachsen ist. Zwischen März 2020 und März 2021 wurden 3’898.4 Milliarden Dollar gedruckt, was einer Steigerung der Geldmenge von über 24% in zwölf Monaten entspricht. Da dieses gedruckte Geld eine Schuld ist, muss es jemanden geben, der diese bezahlt – Dies geschieht oft durch Inflation. Durch Inflation werden Halter dieser Währung enteignet und bezahlen die Entwertung mit ihrem erarbeiteten Geld.

Es ist wohl passend zu sagen, dass Fiat-Geld ein schlechter Wertspeicher ist. Nun stellt sich die Frage: Was macht einen guten Wertspeicher aus?

Wertspeicher

Eigenschaften

  • Langlebigkeit: Das Gut darf nicht verderben oder einfach zerstört werden können. Deshalb ist Brot kein guter Wertspeicher.
  • Mobilität: Das Gut sollte einfach transportierbar und möglichst kompakt sein, damit man es einfach einlagern und transportieren kann. Ausserdem soll es den Tausch über weite Distanzen ermöglichen. Ein Haus ist daher weniger ideal als Gold.
  • Fungibilität/Austauschbarkeit: Eine Einheit des Wertspeichers sollte gleich viel wert sein wie eine andere Einheit des gleichen Guts und ineinander austauschbar sein. Deshalb sind Diamanten mit ihren unterschiedlichen Grössen, Formen, Reinheit, Härte und anderen Kriterien nicht ideal.
  • Verifizierbar: Das Gut muss leicht identifizierbar sein und einfach als authentisch zu verifizieren sein. Eine mühelose Verifizierung macht den Handel einfacher, da es das Vertrauen des Empfängers erhöht.
  • Teilbar: Ein guter Wertspeicher muss teilbar sein, sodass genug Einheiten für den Handel zur Verfügung stehen.
  • Knappheit: Das Gut sollte nicht in Mengen beschaffbar oder produzierbar sein. Knappheit ist die wichtigste Eigenschaft, da die Sammlung von seltenen Gütern ein angeborenes Verlangen der Menschheit ist und sie uns vor Entwertung schützt.
  • Lange Historie: Je länger ein Gut als Wertspeicher angesehen wird, je höher das Vertrauen der Gesellschaft in dieses Gut.
  • Zensurresistent: In der heutigen Gesellschaft mit allgegenwärtiger Überwachung ist die Zensurresistenz immer wichtiger geworden. Das Gut sollte nicht von externen Parteien wie einem Staat verboten oder beeinflusst werden können. Dies ermöglicht es Gesellschaften unter Regimen, welche Kapitalkontrollen durchsetzen und den friedlichen Handel verbieten, frei zu sein.

Die folgende Tabelle mit Kommentaren wurden von diesem Artikel inspiriert und bewertet Bitcoin, Gold und Fiat-Geld (wie US-Dollar oder Euro) anhand der oben aufgeführten Attribute.

Anmerkungen und Begründungen

  • Langlebigkeit: Gold ist hier der klare Gewinner. Münzen die vor Jahrhunderten zum ersten Mal gehandelt wurden sind höchstwahrscheinlich heute noch existent und werden es wohl auch in Zukunft noch sein. Fiat-Geld und Bitcoin sind ursprünglich digital, auch wenn sie eine physische Form annehmen können. Somit ist die physische Langlebigkeit kein gutes Kriterium (eine alte Note kann z.B. einfach gegen eine neue eingetauscht werden). Eher sollte die Langlebigkeit des Herausgebers dieser Gelder betrachtet werden. Regierungen und deren Fiat-Währungen sind gekommen und gegangen, folgen aber alle schlussendlich dem eindeutigen Trend des Wertverlustes. Nicht nur Währungen wie der Reichsmark oder der Rentenmark haben ihren Wert verloren, auch der US-Dollar hat seit 1913 über 96% seines ursprünglichen Werts verloren. Es wäre fahrlässig zu behaupten, dass Fiat-Währungen lang-, oder sogar mittelfristig langlebig sind.
    Da Bitcoin keinen zentralisierten Herausgeber hat, ist die Langlebigkeit von Bitcoin von seinem Netzwerk abhängig. Bitcoin existiert erst seit 2009 und es ist zu früh, um ein Fazit über seinen anhaltenden Erfolg zu ziehen, das Netzwerk zeigt aber sehr ermutigende Anzeichen dafür, dass Bitcoin einen hohen Grad an «Anti-Fragilität» aufweist. Das Bitcoin-Netzwerk hält seit Jahren Hacker-Angriffe, Nationalstaaten, die versuchen, Bitcoin zu regulieren und anderen Hürden stand und hat sogar das Vertrauen von Regierungen für die Funktion als nationales Zahlungsmittel erhalten.
  • Mobilität: Die Menschheit hat noch nie ein mobileres Zahlungsmittel wie Bitcoin gesehen. Milliarden von US-Dollar können (und werden) auf einem kleinen USB-Stick gespeichert, gesichert und in Minuten ans andere Ende der Welt gesendet werden. Gleiches ist theoretisch auch mit Fiat-Währungen möglich, jedoch ist dies in der Praxis höchst umständlich oder sogar unmöglich. Bankentransfers können Tage dauern oder verboten werden. Mit Bargeld können gewisse Restriktionen behoben werden, die Transportkosten und das Risiko vor Verlust werden dann aber erheblich. Durch das Gewicht wird Gold selten als physisches Gold transportiert, sondern lediglich die Anrechte dazu (sogenanntes Papiergold). Der Transport von physischem Gold ist kostspielig, aufwändig und riskant.
  • Fungibilität/Austauschbarkeit: Hier bietet Gold den Standard, da eine Unze Gold geschmolzen und mit jeder anderen ausgetauscht werden kann. Bitcoins sind auf Netzwerk-Ebene fungibel, jedoch haben durch die Historie jeder einzelnen bitcoin-Transaktion gewisse bitcoins einen vorteil- oder nachteilhaften Hintergrund. Im Verlaufe der vollständigen Adoption von Bitcoin durch Unternehmen, könnten «grüne» bitcoins, welche mit erneuerbarer Energie geschürft wurden (mehr dazu später im Kapitel «Missverständnisse und Risiken») mehr Wert haben als andere. Die meisten Fiat-Gelder können miteinander ausgetauscht werden, jedoch haben viele Regierungen wie zum Beispiel Indien gewisse Noten wertlos gemacht.
  • Verifizierbar: Bitcoin ist das verifizierbarste Geld, welches die Menschheit je gesehen hat. Ein*e Besitzer*in kann mit mathematischer Gewissheit den Besitz eines Bitcoins öffentlich beweisen. Fiat-Währungen und Gold sind ebenfalls relativ verifizierbar. Trotz vielen Sicherheitsmassnahmen gibt es das Risiko, dass Fiat-Geld gefälscht werden kann. Auch Gold ist nicht immun gegen Fälschungen, wie zum Beispiel vergoldetes Wolfram.
  • Teilbar: Bitcoin glänzt auch in der Teilbarkeit, da jeder bitcoin in 100’000’000 Einheiten namens «Satoshis» geteilt werden kann. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels ist ein Satoshi USD 0,00036 Wert, weshalb verschwindend geringe Mengen übertragen werden können, auch wenn dies auf Grund von Netzwerkgebühren unwirtschaftlich sein kann (mehr über Skalierbarkeit folgt). Fiat-Geld kann in Kleingeld geteilt werden, welches in der Praxis ausreichend ist. Auch wenn Gold physisch geteilt werden kann, ist es für den täglichen Handel zu umständlich.
  • Knappheit: Die wertvollste Eigenschaft von Bitcoin im Vergleich zu anderen Wertspeichern ist seine absolute Limitierung auf 21 Millionen bitcoins, es wird und kann niemals mehr geben. Gold bezeichnen wir auch als relativ knapp, jedoch ist seine Knappheit stark vom Preis (wie sehr lohnt es sich, nach Gold zu suchen) und Technologie (zum Beispiel Asteroidenbergbau) abhängig und der Bestand könnte sehr stark ansteigen. Am schlechtesten schneidet Fiat-Geld ab. Die Geschichte von Fiat-Währungen hat uns gezeigt, dass Regierungen Geld drucken, um kurzfristige politische Probleme zu beheben und die Währungen entwerten, sodass Sparer sich fast sicher sein können, dass ihr Erspartes im Verlaufe der Zeit an Wert verliert.
  • Lange Historie: Wie bereits erwähnt wird Gold seit Jahrtausenden als wertvoll angesehen, was uns Vertrauen geben kann, dass es auch in Zukunft noch Wert haben wird. Gleiches kann nicht von Fiat-Währungen behauptet werden. Fiat-Währungen haben eine nahezu allgemeingültige Tendenz zur Wertlosigkeit, da Staaten der Versuchung nicht widerstehen können, diese unsichtbare Besteuerung ihrer Bürger zu nutzen. Wenn die letzten Jahre uns etwas gezeigt haben ist es, dass wir nicht darauf zählen können, dass Fiat-Geld seinen Wert beibehält. Bitcoin hat trotz seiner kurzen Historie viele Prüfungen auf dem Markt bestanden und es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin als Wertspeicher nicht so schnell verschwinden wird. Ebenfalls können wir aus dem Lindy-Effekt ableiten, dass unser Vertrauen in ein neues monetäres Gut von Natur aus steigt, je länger es existiert. Wenn Bitcoin weitere 15 Jahre existiert, erreicht es einen Punkt, an dem Menschen ein fast universelles Vertrauen in die Existenz von Bitcoin in der Zukunft haben werden, genauso wie wir uns relativ sicher sein können, dass das Internet ein fester Bestandteil der Zukunft sein wird.
  • Zensurresistent: Bitcoin wurde von Satoshi Nakamoto als «Peer-to-Peer» vorgestellt, was Bitcoin per Konstruktion eine hohe Zensurresistenz gibt. Transaktionen auf dem Bitcoin-Netzwerk sind irreversibel, dezentral und benötigen keine Erlaubnis von anderen Parteien, sodass keine Autorität diese verbieten kann. Im Gegenteil dazu können Regierungen Fiat-Währungen stark regulieren und Transaktionen verbieten. Ein wohlhabender Bürger eines repressiven Regimes wird es sehr schwer finden, sein Vermögen in ein anderes Land mitzunehmen. Aufgrund der geringen Mobilität von Gold ist es anfällig auf Kontrolle und Konfiszierung durch Regierungen.

Bitcoin ist in den meisten Attributen eines Wertspeichers die überzeugendste Wahl, was ihm eine universelle Akzeptanz erleichtert. Vor allem die absolute Knappheit und Zensurresistenz ist ein starker Anreiz für wohlhabende Investoren einen Teil ihres Vermögens in bitcoin zu investieren.

Bitcoin

Individuelle Freiheit

Die einzig absolut limitierte Ressource, welche alle Menschen haben, ist Zeit. Diese investieren wir in Arbeit und kreieren Wert, welchen wir möglichst sicher speichern wollen. In Fiat-Währungen wie dem US-Dollar verkaufen wir auf Grund von Inflation unsere Zeit zu einem jährlichen Rabatt von circa 6.7% und verlieren jedes weitere Jahr durchschnittlich 6.7% von diesem hart verdienten Geld.

In vielen Gesellschaften hat ein Grossteil der Bevölkerung nicht einmal Zugang zur Finanzinfrastruktur. Weltweit haben 1.7 Milliarden Erwachsene kein Bankkonto, viele davon haben aber ein Handy. Bitcoin löst dieses Problem da es digital ist und könnte Millionen von Menschen Zugang zum Finanzsystem geben.

Darüber hinaus ist Bitcoin nicht-diskriminierend und gibt jedem die Möglichkeit, am öffentlichen Finanzmarkt teilzunehmen. El Salvador ist das erste Land, welches Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht hat. In El Salvador haben viele Bürger*innen keinen Zugang zu einer Bankverbindung und sind auf Geldsendungen von Familienmitgliedern, welche im Ausland arbeiten, angewiesen. Das Problem ist, dass von den Beträgen, welche die Familienmitglieder im Ausland ins Heimatland senden, durch Mittelmänner und Regulierungen oft nur die Hälfte bei der Familie ankommt. Diese Hälfte wird anschliessend von Zentralbanken entwertet, da El Salvador bis heute nur den US-Dollar als Währung hatte. Andere Länder werden und sollten dem Beispiel von El Salvador folgen, auch wenn Regierungen und der IMF versuchen werden, dies zu verbieten. Fakt ist, dass Technologie schwer zu verbieten ist und somit ist Bitcoin unser Ticket in die Freiheit.

Informationssystem der Marktwirtschaft

Ein weiterer Nachteil des Einflusses von Regierungen auf Zinsen und Inflation ist, dass es Preise verzerrt. Preise sind das Informationssystem des Kapitalismus, bzw. unserer Wirtschaft. Durch die Abwägung zwischen Angebot und Nachfrage bestimmt der Preis den Wert eines Guts und zeigt dessen Rentabilität. Die Markteffizienzhypothese besagt, dass Preise eines Gutes alle verfügbaren Informationen widerspiegeln. Beispiel: Ein Erdbeben, welche viele Goldminen zerstört. Das reduzierte Goldangebot würde den Preis erhöhen, welches Käufer dazu anregt, vorläufig geringere Mengen an Gold zu kaufen und motiviert Goldminen (Verkäufer) mehr zu produzieren, was die Angebot-Nachfrage-Waage ausgleichen würde. So kann die offene Marktwirtschaft auf ein Event (Erdbeben) reagieren, ohne dass sie zwingenderweise vom Erdbeben weiss.

Durch die Einmischung des Staates in Fiat-Währungen und Gold verliert dieses Informationssystem an Effizienz. In unserem Beispiel würden Staaten wohl versuchen den Goldpreis künstlich auszugleichen in dem sie ihr eigenes Gold verkaufen, oder sonstige finanzielle Mittel nutzen, um das Ungleichgewicht möglichst schnell auszugleichen. Diese Strategie funktioniert zwar kurzfristig und ist sicherlich von Vorteil für den Politiker, welcher wiedergewählt werden will. Langfristig funktioniert dies jedoch nicht, da es zu wenige Goldminen gäbe, um die reale Nachfrage des offenen Marktes zu decken. So entstehen Fehlallokationen, welche in einer Rezension offenbart werden. Da eine effiziente Preisgestaltung erstrebenswert ist, scheint auch hier der Bedarf für ein solides Geld offensichtlich.

Preis, Volatilität und Zyklus von Bitcoin

Wie bei anderen Innovationen ist auch die Diffusion von Innovationen ausschlaggebend für die Adoption von Bitcoin. Am Anfang gab es nur Satoshi Nakamoto und eine kleine Gruppe an Kryptografen, welche den Wert des Projektes erkannten. Sie formten gemeinsam die «Pioniere». Mit dem Hype-Zyklus und starken Preisanstieg von 2017/2018 gewann Bitcoin viel Publizität und erreichte die «frühen Anwender». Mit dem Kauf von Bitcoin durch Firmen wie MicroStrategy, Tesla und Square, sowie durch Länder wie El Salvador erreicht Bitcoin die «frühe Mehrheit». Die «späte Mehrheit» und «Nachzügler» werden folgen. Lassen Sie uns diese Adoption grafisch ansehen. Der Vergleich der Anzahl an Krypto-Benutzer und Internetnutzern, hier von Global Macro Investor dargestellt und vom Autor ins Deutsche übersetzt, zeigt einen klaren Trend.

Dieses exponentielle Wachstum rechtfertigt mit anderen Attributen auch den exponentiellen Preisanstieg. Bitcoin ist die am leistungsstärkste Anlageklasse in der gesamten aufgezeichneten Geschichte. Diese Preisfindung führt zu Volatilität, welche viele Anleger beängstigt. Um eine Diskussion über Volatilität zu führen, sollten wir uns zuerst die Zyklen von Geld anschauen. Die Volatilität wird im Kapitel «Missverständnisse und Kritik» erneut angesprochen.

Zyklus von Geld

Geld hat in der Regel vier Stufen:

  1. Sammlerstück: Während der Kreation eines Geldes, wird es zuerst als Sammlerstück betrachtet, wie es mit Muscheln, Perlen und Gold gemacht wurde. Dies wäre vergleichbar mit den ersten Kryptografen, die bitcoins gesammelt haben, weil die Technologie sie faszinierte.
  2. Wertspeicher: Wenn der Markt des Geldes grösser wird und die Nachfrage steigt, wird das Geld zum ersten Mal zum Wertspeicher. Diese Phase wird von Volatilität und Preisfindung begleitet, welche für frühe Anwender lukrative Chancen bieten. Mit der Zeit wird die Kaufkraft des Geldes stagnieren da es weit verbreitet ist und der Zustrom an neuen Käufern nachlässt.
  3. Tauschmittel: Wenn sich die Kaufkraft des Geldes stabilisiert hat und die Opportunitätskosten für den Kauf von Gütern genug gesunken sind, wird das Geld zum Tauschmittel.

    «Genauer gesagt ist ein monetäres Gut nur dann als Tauschmittel geeignet, wenn die Summe der Opportunitätskosten und der Transaktionskosten für die Verwendung im Tausch unter die Kosten für die Abwicklung eines Handels ohne dieses Gut fällt.»
    Vijay Boyapati
  4. Rechnungseinheit: Nachdem ein Geld weit verbreitet als Tauschmittel verwendet wird, werden Güter in Bezug auf dieses Geld bepreist. Diesen Status haben momentan die meisten Fiat-Währungen, da wir unser Brot in US-Dollar oder Schweizer Franken bepreist sehen. Auch wenn wir in vielen Läden mit bitcoins bezahlen können, ist meistens nicht die Anzahl bitcoins, sondern die Relation zwischen US-Dollar und bitcoin ausschlaggebend. Wollen wir einen Kaffee mit bitcoins kaufen, wird der USD/BTC Kurs zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem US-Dollar Preis multipliziert, was in den Preis in bitcoins resultiert.

Bitcoin Missverständnisse und Kritik

«Bitcoin ist eine Energieverschwendung und schädlich für die Umwelt»

Diese Kritik ruft zwei Fragen hervor: Wie entscheiden wir, was Energie «verdient» und ob Bitcoin tatsächlich schlecht für die Umwelt ist.
Natürlich benötigt das Bitcoin-Netzwerk Energie und es ist unbestreitbar, dass Bitcoin auch externe Effekte in Form von CO2-Emissionen produziert. Genauso verbrauchen auch Weihnachtslichter oder eingesteckte, aber nicht genutzte Haushaltsgeräte, Energie. Da Bitcoin-Benutzer für die Dienstleistung der Miner zahlen, ist dies per Definition keine Verschwendung, da der Käufer des Blockspaces einen Wert dahinter sieht. Letztendlich ist es eine Frage der Meinung, ob eine deflationäre, nicht-staatliche und sichere Währung eine gute Idee ist.
Doch wie grün ist der Energie-Mix des Bitcoin-Netzwerks, beziehungsweise wie gross ist dessen Anteil an erneuerbaren Energien? Der Anteil von erneuerbaren Energien am Energiemix von Bitcoin wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels zwischen 20% und 70% geschätzt. Dies ist eine grosse Varianz, welche im Vergleich zum momentanen Bankensystem jedoch an beiden Enden glänzt.
Dies ist jedoch nicht das gesamte Bild. Bitcoin fördert langfristig grüne Technologien wie Solar- und Wind-Technologie und konsumiert Energie, welche sonst verschwendet werden würde. Der Energiebedarf der heutigen Bevölkerung erreicht meist am späten Nachmittag und frühen Abend seinen Höhepunkt, wenn Leute von der Arbeit kommen und Haushaltsgeräte einschalten. Da Sonne und Wind aber zu anderen Zeiten am meisten Energie liefern, sind diese Technologie der Intermittenz ausgesetzt. Dies gilt jedoch nicht nur für grüne Energien. Das gesamte Energienetz leidet unter intermittierender Energieversorgung und Netzüberlastung, was zur Verschwendung von Energie führt, weil zu gewissen Zeiten zu viel Energie zur Verfügung steht und diese noch nicht gut genug gespeichert werden kann. Hier kommt Bitcoin als Last-Resort-Käufer ins Spiel. Da Bitcoin geografisch unabhängig ist und Miner zu den günstigsten Stromquellen hingezogen werden, nutzt das Bitcoin-Netzwerk Strom, welcher sonst hätte verschwendet werden müssen und wandelt ihn in monetäre Energie um. Weil erneuerbare Energiequellen die günstigsten sind und Bitcoin-Miner Anreize haben, diesen Strom zu kaufen, können Solar-, Wind-, Wasser- und andere erneuerbare Energielieferanten ihren sonst nicht brauchbaren Strom monetarisieren und weiter in erneuerbare Energien investieren. An gewissen Projekten hilft Bitcoin sogar, den Ausstoss von Treibhausgasen zu reduzieren. In einigen Fällen kann Bitcoin die Energie von Methan verbrauchen, welches sonst über das Abfackeln in die Atmosphäre entweichen würde.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Bitcoin zu einem grossen Teil erneuerbare Energien verwendet, die Entwicklung von erneuerbaren Energien fördert und Energie nutzt, welche sonst verschwendet werden würde.

«Bitcoin ist nicht skalierbar»

Bessere Skalierbarkeit kann durch mehrere Prozesse erreicht werden. Diese befinden sich entweder auf dem First-Layer (der Basisschicht von Bitcoin) oder einem darauf aufgebauten Second-Layer. Ansätze auf dem First-Layer wie «Sharding» und grössere Blockgrössen werden von anderen Kryptowährungen verfolgt. Um die Basisschicht nicht verändern zu müssen, setzten die vielversprechendsten Skalierungsoptionen von Bitcoin auf den Second-Layer. Diese Technologien erzielen schnellere Transaktionsgeschwindigkeit und niedrigere Transaktionskosten. Ein Beispiel hierfür ist das Lightning Network. Dank dem Lightning Network können zwei Personen über eine Transaktion einen gemeinsamen «Channel» eröffnen.
Ein Beispiel: Stellen Sie sich einen Hedgefonds-Manager vor, der sich täglich einen Hotdog kauft. Er könnte mit dem Hotdog-Händler einen Channel eröffnen in den er 0.01 BTC legt. Der Kaffee-Händler selbst legt keine bitcoins in den Channel. Jedes Mal, wenn unser Hedgefonds-Manager einen Hotdog kauft, können beide Parteien eine aktualisierte Verteilung der bitcoins im Channel signieren. Nach zehn Hotdogs für jeweils 0.0001 bitcoins wäre die neue Bilanz: Hedgefonds-Manager erhält 0.009 BTC und der Hotdog-Verkäufer erhält 0.001 BTC. Um diese bitcoins tatsächlich zu transferieren, wird der Channel geschlossen und eine zweite Transaktion auf der Blockchain wird getätigt (Schliessung). Die Anzahl an Transaktionen auf der Blockchain wurde von zehn auf zwei reduziert, was Zeit und Gebühren spart. Das ist aber noch nicht alles. Wenn nun ein Analyst von der Firma des Hedgefonds-Managers, welcher bereits einen Channel (z.B. für das Bier am Abend) mit dem Manager offen hat, ein Hotdog kaufen will, muss er nicht einen eigenen Channel mit dem Hotdog-Verkäufer eröffnen, sondern kann den Channel zwischen dem Hotdog-Verkäufer und dem Manager nutzen. In der Theorie könnte das Lightning Network Millionen von Transaktionen pro Sekunde erreichen.

«Volatilität macht Bitcoin zu einem schlechten Investment»

Zuerst muss hier erwähnt werden, dass die Volatilität stark nach oben verzerrt ist. Dies natürlich bedeutet nicht, dass Bitcoin keinen scharfen Korrekturen haben kann. Diese Volatilität kann aber etwas sehr Gutes sein. Eine PWC Umfrage von Krypto-Hedgefonds zeigt sogar, dass nur 17% aller befragten Hedgefonds die hohe Volatilität stört. Vielmehr ist es für einen erfahrenen Investor eine Möglichkeit Arbitrage-Trades zu nutzen und Top-Renditen innerhalb eines Portfolios zu generieren. Es ist nicht vernünftig (ausser Richtlinien der Investment-Strategie verlangen dies zwingend) Volatilität einzeln zu betrachten. Sie sollte gemeinsam mit Renditen betrachtet werden. Denn auch wenn das Sprichwort «High Risk, High Reward» durch den finanziellen Stimulus nicht mehr die gleiche Bedeutung hat, wie vor ein paar Jahren, gilt die grundlegende Aussage noch. Lassen Sie uns also die risikobereinigte Rendite von bitcoin anschauen, wobei Risiko als Volatilität der Rendite definiert wird. Die risikobereinigte Rendite von bitcoin ist zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels 2.43. Zu erwähnen ist, dass bitcoin in den letzten Wochen über 50% korrigiert hat (Nach einem Anstieg von 1550% seit dem Covid-Crash). Diese Volatilität macht kurzfristig-orientieren Anlegern Mühe, aber man kann nicht ignorieren, dass Krypto-Vermögenswerte die leistungsstärkste Anlagekategorie der aufgezeichneten Geschichte ist. Als Vergleich: Gold hat eine risikobereinigte Rendite von 1.59 und US-Staatsanleihen gerade einmal 0.2. Die Entscheidung sollte klar sein.

«Bitcoin hat keinen (intrinsischen) Wert»

Hier kommt die Stelle, an welcher Sie dem/der Kritiker*in diesen Artikel zusenden. Als Diskussionsgrundlage können noch gewisse Ideen ergänzt werden. Lassen Sie uns zuerst definieren, was intrinsischer Wert überhaupt ist.
Der intrinsische Wert ist der Wert, welchen das Produkt selbst hat, ohne Wert von anderen Quellen zu schöpfen. Ebenfalls sollte uns klar sein, dass alle Gelder eine Geldprämie haben und über ihrem intrinsischen Wert eingepreist sind. Bei Silber wird die Geldprämie auf 15% geschätzt, bei Gold circa 85%, bei Bitcoin ist die Geldprämie 100%. Doch was rechtfertigt diese Geldprämien? Vertrauen.
Währungen sollen ein guter Wertspeicher sein. Einfach ausgedrückt muss ein Mensch darauf vertrauen können, dass die Währung seinen Wert halten wird. Da es zu erwarten ist, dass der Wert eines bitcoins durch Adoption weiterhin stark steigen wird, ist bitcoin in diesem Sinne das perfekte Geld. Zur Sicherheit werden wir die Korrelation zwischen der Adoption und dem Wert des Bitcoin-Netzwerks kurz ansprechen. Hierfür ist das Metcalfesche Gesetz praktisch. Das Metcalfeschen Gesetz misst das Kosten-zu-Nutzenverhältnis in einem Kommunikationssystem und begründet das exponentielle Wachstum im Preis von bitcoin, da es den Wert als proportional zum Quadrat der Anzahl der angeschlossenen Benutzer des Systems definiert (also Wert∼Nutzer2). Einfach ausgedrückt: der Wert steigt bei linearer Ansteigung an neuen Benutzern exponentiell an – deshalb wird Bitcoin übrigens oft auf einem logarithmischen Chart dargestellt. Man kann das Metcalfesche Gesetz mithilfe des Internets einfach verstehen. Das Internet mit nur einem einzigen Nutzer ist nutzlos. Wenn es zwei Nutzer hat, können diese miteinander kommunizieren, aber drei Nutzer sind einiges besser. Zehn Nutzer bieten bereits 45 Verbindungen und 100 erstaunliche 4950 Verbindungen.

«Bitcoin wird nur für illegale Aktivitäten genutzt»

Diese Kritik ist eine der seltsamsten und kommt wohl von einer der ersten Anwendungsfälle von Bitcoin: Die Verwendung von bitcoins für den illegalen Drogenhandel, zum Beispiel über Silk Road, da wie bei fast allen neuen Technologien Kriminelle zu den ersten Nutzern gehören. Illegale Transaktionen werden aber mit allen Währungen durchgeführt, wobei Bargeld viel geeigneter ist als Bitcoin, da es schlecht verfolgbar ist. Im Bitcoin-Netzwerk hingegen wird jede Transaktion für immer auf der öffentlichen Blockchain abgespeichert und ist für jeden ersichtlich. Es stimmt, dass es für eine technisch sehr affine Person möglich ist, ihre Identität zu verbergen, aber eine forensische Analyse könnte die Quelle des Geldflusses offenlegen. Darüber hinaus zeigt ein Vergleich mit anderen monetären Systemen wie Fiat-Geld, dass Bitcoin in relativen und absoluten Werten einen sehr niedrigeren Anteil an illegalen Transaktionen hat. In Zahlen ausgedrückt waren bei bitcoin im Jahr 2020 0.34%, beziehungsweise 10 Milliarden US-Dollar, illegalen Transaktionen zuzuordnen. Beim US-Dollar bestätigt die UN, dass allein die Geldwäsche jährlich 2-5% des globalen BIP ausmacht, was 800 Milliarden bis 2 Billionen US-Dollar entspricht.

Fazit

Satoshi Nakamoto hat mit Bitcoin einen Wertspeicher erschaffen, welcher in wichtigen Attributen wie Knappheit, Mobilität und Zensurresistenz besser ist als vergleichbare Gelder. Bitcoin fördert global nicht nur die Werterhaltung und schützt uns vor der Entwertung von Fiat-Währungen durch die «Gelddruckmaschinen» unserer Regierungen, sondern gibt Leuten weltweit Zugang zu einem wahrlich freien Finanzsystem und fördert die individuelle Freiheit jedes Menschen. Ob Sie in Bitcoin investieren oder nicht – Sie erleben gerade die Adoption einer der grössten Innovationen des Jahrhunderts.

Kontakt

E-Mail: info@jonasaffolter.ch

Web: jonasaffolter.ch

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Haftungsausschluss

Dieser Artikel ist nicht als Anlageberatung gedacht und dient nur zu Informationszwecken. Die in diesem Artikel erwähnten Ansichten wurden vom Autor verfasst und können Fehler enthalten.